Mittwoch, 13. Februar 2008

Wissen ist Macht, nichts wissen macht nichts...

Wie gerade aktuell berichtet wird, soll der Brockhaus ab Mitte April kostenlos im Internet abrufbar sein. Ganz klar eine Reaktion auf die Wikipedia, die trotz diverser Probleme dem Brockhaus im Umfang und teilweise auch bei der Qualität der Artikel eine klare Konkurrenz ist - allen "Edit-Wars" zum Trotz. Und die Aktualität ist auch nicht zu verachten, denn das neue Brockhaus-Geschäftsmodell hat hier z.B. schon den Weg ins Lexikon gefunden. Anscheinend reicht die Marktmacht nicht mehr aus, eine 2800 Euro teure Enzyklopädie zu vertreiben, aber vielleicht bringen die Werbeeinnahmen ja die Rettung.

Andererseits muss man auch nicht immer alles wissen. So müssen die Angeklagten im Guantanamo-Prozess aus Gründen der nationalen Sicherheit nicht wissen, was ihnen eigentlich so genau zur Last gelegt wird. Wie der Druck auf Arbeitslose so groß werden konnte, dass sie vermeintlich Konkurrenten ermorden oder sich zu Tode hungern, das möchte die weiter gegen Sozialschmarotzer hetzende Bildzeitung lieber nicht wissen. Und dass ich mich immer noch darüber aufrege, möchte eigentlich auch niemand wissen. Nicht wissen macht nämlich nichts...

Freitag, 21. Dezember 2007

Ahnungslos

Ich gebe ja zu, dass ich von Dingen schreibe, von denen ich viel weniger verstehe als die Kollegen Ehrlich (Journalismusretter, Financial Times Deutschland) und Graff (sueddeutsche.de, Rächer der Geschmähten). Zum Beispiel über Bücher, von denen ich als Buchhändler nichts wissen kann. Oder über Medien, mit denen ich mich selbst mit abgeschlossenem Kommunikationswissenschaftsstudium nicht auskennen kann, weil ich nämlich nicht für eine Qualitätszeitung arbeite. Aber das macht nichts, ich lese ja auch keine Qualitätszeitung, sondern nur interessante Publikationen. Den Perlentaucher z.B., damit ich nicht mehr jedes Feuilleton einzeln durchwühlen muss. Oder die taz, die wenigstens mit der Stirn runzelt, wenn die Kollegen meinen, sie hätten die Wahrheit mit Löffeln gefressen (oder mit ihrem Arbeitsvertrag überreicht bekommen). Aber ich hab ja sowieso keine Ahnung, oder?

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Wieder da

Eine Weile lang war ich in die Höhen abgetaucht, jetzt bin ich zurück in den Tiefen und schreibe wieder. Habe viele Bücher gekauft und verkauft und höre jetzt vorübergehend auf, Buchhändler zu sein. Wohin der Weg führt, weiß ich nicht, aber ich werde ihn auch hier begleiten - Stück für Stück, Schritt für Schritt zu einem neuen Anfang.

[Aktualisierung Februar 08:]
Bin jetzt doch wieder Buchhändler. Aber nicht nur. Bin auch noch ich selber. Was das heißt? Wird sich zeigen!

Dienstag, 8. Mai 2007

Wetterumschwung

Gestern war ein echt seltsamer Tag. Kam es eigentlich nur mir vor, oder waren die Menschen gestern deutlich schlechter drauf als sonst. Aggressiver, lauter, schnell beleidigt. Sind wir alle so sehr vom Wetter abhängig, dass es den modernen Menschen gleich aus der Bahn wirft, wenn die Sonne mal weg ist?
Ebenfalls umgeschwungen ist die Stimmung auf Youtube. Statt einer kuschligen kleinen Community ziehen hier jetzt die Web-üblichen Beschimpfungen ein. Anscheinend vergessen viele Menschen in dem Moment, in dem ihnen ihr Gegenüber nicht mehr in die Augen sehen kann, dass es gewisse Regeln in der menschlichen Kommunikation gibt, die auch im Web gelten sollten. So kann aber auch Spiegel-Online über schlechtes Benehmen 2.0 berichten. Ein blindes Huhn findet halt auch mal ein Korn. Vor allem, wenn in Hamburg das Wetter besser ist als im Web.

Sonntag, 29. April 2007

Aber nicht drängeln...

... schallt es in breitem sächsisch dem jugendlichen Berliner mit Migrationshintergrund entgegen, der es wagt, sich im üblichen Gedrängel am Buseinstieg (Linie 245 vom Hauptbahnhof nach U Turmstraße, ca. 23 Uhr) völlig natürlich zu verhalten und sich in der entstandenen Menschentraube im Gänsemarsch voranzuschieben. Klar wird jetzt vorgelassen, alle werden vorgelassen, man weiß ja, wo man mit nicht ganz so heller Hautfarbe hingehört.
Befriedigt okkupiert die Landbevölkerung auf Kultururlaub (Friedrichstadtpalast?) die vorhandenen Sitzplätze, lässt sich lautstark über den mangelnden Respekt der Jugend aus und beglückwünscht sich innerlich, bei der letzten sächsischen Landtagswahl das Kreuz an der rechten Stelle gemacht zu haben. Schließlich soll Radebeul nicht so verwahrlosen wie die Hauptstadt.
Der zugezogene Berliner hingegen, der diese Szene beobachtet hat, beglückwünscht sich zu dem Entschluß, in eine Stadt gezogen zu sein, in der solche Landpommeranzen ein auffälliges Ereignis darstellen, anstatt an jeder Ecke zu warten. Aus der Distanz hat deren Verhalten etwas peinlich-komisches, das anscheinend auch zur Belustigung anderer junger Berliner beiträgt, wie deren Blicke zeigen. Na dann Prost, willkommen an der Spree.

Samstag, 28. April 2007

Kill Knut gibt auf

Ich bin ein echter Fan des weissen Fellknäuels namens Knuddel-Knut, ehrlich. Muss ich auch, als stolzer Inhaber einer Zoo-Jahreskarte. Aber dass Betreiber einer Anti-Knut-Homepage wegen massiver Anfeindungen aufgeben zeigt für mich, dass wir in Sachen Meinungsfreiheit in Deutschland immer noch Entwicklungsland sind. Denn, Leute: Wenn man die Klappe aufreißt, muss man das auch aushalten können, gelle. Weitere Ziele für massive Anfeindungen, damit die Seiten aus dem Netz genommen werden, gibt es übrigens auch noch: hier und hier und hier.

Freitag, 27. April 2007

Geschenke zum Geburtstag?

Wer mag mir einen Bombenwecker schenken, damit ich nicht immer verschlafe? Ein ordentlicher Knall, und ich stehe pünktlich senkrecht im Bett und werde mindestens drei Tage nicht mehr schlafen. Garantiert!